Schilddrüsenunterfunktion – Symptome, Ursachen und ganzheitliche Maßnahmen

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Schilddrüsenerkankungen sind mittlerweile zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden. In meinem Artikel „Hyperthyreose vs. Hypothyreose – Symptome einer Überfunktion und Unterfunktion der Schilddrüse“ bin ich bereits auf die Unterschiede zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion eingegangen.

Die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, ist ein Zustand, in dem die Schilddrüse wenig bis keine Schilddrüsenhormone bildet, beziehungsweise ausschüttet. Im Normalfall setzt die normal funktionierende Schilddrüse wichtige Hormone frei, die diverse Körperprozesse steuern und regulieren. Eine Störung der Schilddrüsenfunktion kann daher zu weit verbreiteten, spürbaren gesundheitlichen Problemen führen.

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse die sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes befindet. Die Schilddrüse speichert Jod und produziert die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), sowie das Hormon Calcitonin. Wann und wieviele Hormone ausgeschüttet werden, wird von der Hypophyse reguliert, eine übergeordnete Hormondrüse, die das gesamte Hormonsystem des Körpers unter Kontrolle hat. Die Aufgaben dieser Hormone sind unter anderem die Steigerung vom Grundumsatz (Energiemenge des ruhenden Körpers), Regulation der verschiedenen Stoffwechselprozesse, Anpassung des Temperaturhaushaltes, Regulation der Herztätigkeit und von Nerven- und Muskelgewebe, sowie Förderung des Wachstums.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Hypothyreose, also eine Unterfunktion der Schilddrüse, betrifft heutzutage Millionen von Deutschen, viele sogar unwissentlich. Da die Schilddrüse als ein wichtiges Organ zur Energiegewinnung gilt, fährt der gesamte Stoffwechsel im Organismus herunter, sollte die Schilddrüse nicht richtig funktionieren. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es daher zu unterschiedlichsten Symptomen:

  • Chronische Müdigkeit
  • Hautprobleme
  • Sprödes Haar und möglicherweise Haarausfall
  • Anfälligkeit für Infektionen
  • Muskelkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Gewichtszunahme, häufig unerklärlich
  • Verdauungsprobleme
  • Psychische Beschwerden wie z.B. Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen bis hin zu Depressionen

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Wie bei jedem gesundheitlichen Problem, sollten auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion die tatsächlichen Ursachen für diese Fehlfunktion ganzheitlich ergründet werden.

Entzündungen der Schilddrüse – Hashimoto

Eine häufige Ursache für eine Hypothyreose ist eine entzündliche Erkrankungen der Schilddrüse, genannt Hashimoto-Thyreoiditis. Hashimoto ist eine autoimmune endokrine Störung, die auftritt, wenn sich die Schilddrüse entzündet, also eine Autoimmunerkrankung. Warum aber passiert so etwas?

In der Theorie wird behauptet, dass das Immunsystem fälschlicherweise denkt, die Schilddrüsenzellen gehören nicht zum Körper. Daher produziert das Immunsystem Antikörper, die die Schilddrüse zerstören und dadurch zu Entzündungen führen. Laut Schilddrüsen-Experten wie Dr. Datis Kharrazian, lassen sich bei fast 90 Prozent der Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion die Probleme auf Hashimoto zurückführen. In diesem Zusammenhang ist es auch sehr interessant zu beobachten, dass ein Großteil der Hashimoto-Betroffenen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert sind. Laut dem Experten für EBV, Anthony William, ist die tatsächliche Ursache für eine Entzündung der Schilddrüse das genannte Virus.

Nährstoffmangel

Eine ungesunde Ernährungsweise mit einem niedrigen Konsum an Vitalstoffen, führt in der Regel zu einem chronischen Nährstoffmangel. Davon sind insbesondere die für die Schilddrüse so wichtigen Spurenelementen Jod und Selen betroffen. Ein Mangel an Nährstoffen, insbesondere Mikronährstoffen, erhöht das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen. Die Schilddrüse benötigt sowohl Selen als auch Jod, um einen ausreichenden Gehalt an Schilddrüsenhormonen zu produzieren.

Dennoch sind für die Schilddrüse, neben Jod und Selen, alle weiteren Nährstoffe wichtig, ganz besonders die Vitamine A, D und K, Magnesium, Zink, Eisen und die Aminosäure Tyrosin.

Darmgesundheit

In einem gesunden Darm findet ein Teil der Umwandlung der Schilddrüsenhormone T4 in T3 statt. Ist der Darm in seiner Funktion eingeschränkt oder bestehen Darmprobleme, kann diese Umwandlung nicht stattfinden. Daher gehört zu einer ganzheitlichen Ursachenbetrachtung einer Schilddrüsenunterfunktion auch die Darmgesundheit

Zusätzlich kann ein ungesundes Darmmilieu zu Nährstoffmangel führen und die Autoimmunaktivität und weitere Beschwerden erhöhen. Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien, wie beispielsweise bei Gluten und Milch, können Entzündungen im Darm verursachen. Weitere Ursachen für einen geschädigten Darm sind, neben einer ungesunden Ernährung, hohe psychische Belastungen, Giftstoffe durch Ernährung und Umwelt, sowie ein bakterielles Ungleichgewicht.

Weitere Ursachen

Neben den wichtigen Ursachen die es anfänglich zu betrachten gilt, gibt es aber weitere Ursachen  einer Schilddrüsenunterfunktion und für eine Störungen des Organismus die eine Unterfunktion begünstigen können:

  • Hormonstörungen
  • Medikamente – insbesondere Cholesterinsenker, Betablocker, Psychopharmaka, Antibabypille
  • Chronischer Stress und psychische Belastung
  • Giftstoffe wie Fluoride, Quecksilber und elektromagnetische Strahlung
  • Mangelnde Bewegung und fehlende körperliche Aktivität

Insbesondere eine zu hohe Aufnahme von Fluoriden, ob durch fluoridiertes Trinkwasser, Speisesalz oder Fluoridtabletten, soll laut Forschungen eine verstärkende Wirkung auf eine Schilddrüsenunterfunktion haben und als begünstigter Faktor zu betrachten sei. Die Vermutung, dass Fluorid eine Unterfunktion der Schilddrüse hervorrufen kann, wird durch zahlreiche Studien bekräftigt.

Zusätzlich ergaben Untersuchungen, dass Fluoride einen Jodmangel verschlimmern können. Da das Spurenelemente Jod als wichtiger Baustein der Schilddrüse betrachtet wird, ist eine Aufnahme und optimale Funktion von Jod immens wichtig für die Gesundheit und Funktion der Schilddrüse.

Ganzheitliche Maßnahmen

Bei jeder Erkrankung, auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion, sollten ganzheitliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Beschwerden auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen und um das im Organismus entstandene Ungleichgewicht wieder auszugleichen. Es geht nicht um das Erreichen bestimmter Schilddrüsenwerte, sondern um die betroffene Person an sich und um die Schilddrüse im Allgemeinen.

Ernährung

Eine wichtige Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist ein durch ungesunde Ernährung entstandener Nährstoffmangel. Wichtige Nährstoffe und passende Lebensmittel für eine gesunde Schilddrüsenfunktion sind:

  • Omega-3-Fettsäuren – insbesondere die Fettsäuren EPA und DHA
  • Hochwertiges Kokosnussöl – da das Öl die wichtigen mittelkettigen Fettsäuren Caprylsäure, Laurinsäure und Caprinsäure enthält, die einen gesunden Stoffwechsel unterstützen, die Energie erhöhen und Müdigkeit bekämpfen.
  • Jod – zu finden in Meeresgemüse wie zum Beispiel Algen und Seetang
  • Probiotika – probiotische Produkte wie Tempeh, Sauerkraut, Kokos-Joghurt, Kombucha, Kimchi oder Natto versorgen das Darmmilieu mit nützlichen Bakterien, unterstützen den Körper bei der Nahrungsaufnahme, stärken das Immunsystem und schützen vor Infektionen und schädlichen Bakterien
  • Ballaststoffe – eine ballaststoffreiche Ernährung hilft nicht nur bei der Verdauung, sie verbessert auch die Gesundheit des Herzens, gleicht den Blutzuckerspiegel aus und unterstützt ein gesundes Gewicht. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können sich Ballaststoffe vorteilhaft auf eine ungünstige Darmgesundheit auswirken, welches als eine mögliche Ursache gilt
  • Wasser – Wasser ist für die allgemeine Gesundheit von ausserordentlich großer Wichtigkeit. Ein Wassermangel, Dehydration, ist die Ursache vieler gesundheitlicher Beschwerden. Wasser bereichert den Körper und ist an allen Körperprozessen beteiligt
  • Obst und Gemüse – diese beiden Lebensmittelgruppe sind reich an allen wichtigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Zusätzlich enthalten Obst und Gemüse wichtige Antioxidantien, die zur Bekämpfung von Schäden durch freie Radikale und zur Senkung von Entzündungen notwendig sind. Sie sind nährstoffreich und sollten einen großen Teil einer gesunden Ernährung ausmachen, da sie die Verdauung, die Gehirnfunktion, die Herzgesundheit, den Hormonhaushalt und ein gesundes Gewicht unterstützen

Folgende Lebensmittel und Produkte sollten bei einer Schilddrüsenunterfunktion unbedingt gemieden werden:

  • Gluten (konventionelle Back- und Teigwaren, Weizenprodukte, Vollkornprodukte)
  • Fluoride (Leitungswasser, Speisesalz, Zahnpasta, Fluoridtabletten)
  • Milch und Milchprodukte
  • Zucker, zuckerhaltige Produkte und synthetische Süßstoffe
  • Frittierte oder stark verarbeitete Industrieprodukte

Interessante Nährstoffe

  • Ashwagandha – Ashwagandha ist ein adaptogenes Kraut, dass dem Körper hilft, positiv auf Stress zu reagieren und den Hormonspiegel besser im Gleichgewicht zu halten. Adaptogene helfen ausserdem, Cortisol zu senken und den T4-Spiegel auszugleichen. Ashwagandha soll laut Forschungen dabei helfen, den Thyroxinwert zu erhöhen und damit eine Schilddrüsenunterfunktion positiv zu beeinflussen
  • Selen – Die Schilddrüse ist das Organ mit einem sehr hohen Selengehalt. Selen ist ein effektives Antioxidans, ist für die Produktion des T3-Schilddrüsenhormons notwendig und kann Autoimmunkrankheiten reduzieren
  • L-Tyrosin – Diese Aminosäure wird zur Herstellung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) verwendet. L-Tyrosin stärkt die Neurotransmitter und verbessert somit die Schlafqualität, reduziert Müdigkeit und reguliert Stimmungsschwankungen
  • Vitamin B Komplex – Vitamine wie beispielsweise Vitamin B12 als auch der gesamte Vitamin B Komplex sind wichtig für den Hormonhaushalt und neurologische Funktionen. Forschungen zeigen, dass die Ergänzung mit Vitamin B dabei helfen kann, die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion zu bekämpfen. Vitamin B12 ist ein wichtiger Nährstoff für das zentrale Nervensystem.

Weitere ganzheitliche Maßnahmen

Neben der Versorgung von ausreichend wichtigen Nährstoffen durch eine gesunde Ernährung und gezielter Einnahme von Nährstoffen, gibt es weitere ganzheitliche Maßnahmen, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion deutliche Beachtung erhalten sollten. Dazu gehören natürlich die Aufrechterhaltung der Darmgesundheit, das Vermeiden von Giftstoffen, ausreichende körperliche Aktivität und regelmäßige Bewegung, sowie das Vermeiden von Stress und psychischen Belastungen.

Besonders die psychische, sowie auch die geistige und seelische Komponente sollte hierbei mehr Aufmerksamkeit erhalten. Auf symbolischer Ebene gelten Schilddrüsenerkrankungen, wie die Entzündung oder Unterfunktion, als Störung und innerer Konflikt der eigenen Entwicklung und als fehlendes Lebensinteresse. Auch chronischer Stress sorgt für innere Konflikte an der Lebenseinstellung. Daher gilt, neben einer vitalstoffreichen Ernährung, auch Maßnahmen zu ergreifen, die den Betroffenen wieder zu mehr Lebensenergie und innerer Stärke verhelfen.

“Gesundheit ist eine Entscheidung.”


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Ramon

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

Dr. Kharrazian – The Thyroid Book

Anthony William – The Medical Medium

Dr. Dahlke – Krankheit als Symbol

Ajjan RA, 2015 – The Pathogenesis of Hashimoto’s Thyroiditis: Further Developments in our Understanding.

Dong YH, 2014 – Autoimmune thyroid disease: mechanism, genetics and current knowledge

InformedHealth, 2014 – Underactive thyroid: Overview

Reinhardt W, 1998 – Effect of small doses of iodine on thyroid function in patients with Hashimoto’s thyroiditis residing in an area of mild iodine deficiency.

Gärtner R, 2002 – Selenium supplementation in patients with autoimmune thyroiditis decreases thyroid peroxidase antibodies concentrations.

University of Wisconsin – Integrative Treatment of Hypothyroidism

Axe J, 2019 – Hypothyroidism Symptoms, Causes and Treatments

Betsy A, 2013 – Zinc Deficiency Associated with Hypothyroidism: An Overlooked Cause of Severe Alopecia

Dong B, 2000 – How medications affect thyroid function

Peckham S, 2015 – Are fluoride levels in drinking water associated with hypothyroidism prevalence in England? A large observational study of GP practice data and fluoride levels in drinking water.

Choi AL, 2012 – Developmental fluoride neurotoxicity: a systematic review and meta-analysis.

Galletti PM, 1958 – Effect of fluorine on thyroidal iodine metabolism in hyperthyroidism.

Fa-Fu L, 1991 – THE RELATIONSHIP OF A LOW-IODINE AND HIGH-FLUORIDE. ENVIRONMENT TO SUBCLINICAL CRETINISM lN XINJIANG.

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Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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