Zucker macht krank – der gefährliche Nährstoffräuber

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Zucker ist eine Droge, Zucker macht krank – kein anderes Nahrungsmittel ist ungesünder und überflüssiger als Zucker. Und dennoch wird Zucker mehr denn je konsumiert. Wenn es um den Konsum und gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker geht, hört man häufig „alles in Maßen“, „ein bisschen schadet nicht“ oder „ist doch Nervennahrung“. Aber Moment mal, wir reden hier nicht von Zucker in Form von komplexen Kohlenhydraten, nein! Die Rede ist von weißem raffinierten Zucker, Zuckerzusätzen oder synthetischen Zuckerstoffen. Eine „Lebensmittelgruppe“ die gefährlich ist.

Wir hören regelmäßig von Gesundheitsorganisationen und Experten, dass wir weniger Zucker essen sollten, da Zucker krank macht. Aber es wird andererseits auch gesagt, dass mehr Obst gegessen werden sollten. Was stimmt denn nun? Alle Zuckerarten geben uns die gleiche Menge an Kalorien, egal ob aus Obst oder Erfrischungsgetränk. Aber die Gesundheitsrisiken von Zucker hängen mit dem Verzehr von zu viel “leerem Zucker” in der Ernährung zusammen, nicht mit dem Verzehr von Zucker, der in natürlicher Form in Obst und Gemüse (also Stärke) enthalten ist.

Zuckerarten

Zucker in Lebensmitteln und Getränken kommt in verschiedenen Formen vor. Zum einen gibt es die Monosaccharide (Einfachzucker). Dieser besteht aus vielen einzelnen Zuckermolekülen. Die bekanntesten sind die Glukose, Fruktose und Galaktose (Schleimzucker). Dann gibt es noch die Disaccharide (Zweifachzucker), welcher aus vielen Doppel-Molekülen, zu denen sich je zwei Einfachzuckermoleküle zusammengeschlossen haben, besteht. Zu den Zweifachzucker-Arten gehören beispielsweise die Saccharose, Laktose und Maltose. Zuletzt gibt es den Mehrfachzucker (Polysaccharide), der aus langen Zucker-Verbindungen besteht und als Stärke bezeichnet werden kann.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Obst enthält natürlichen Zucker, eine Mischung aus Fructose und Glukose. Viele Menschen haben gehört, dass Zucker schlecht ist, und denken, dass dies daher auch für Früchte gelten muss. Aber die Fruktose ist nur in großen Mengen und in verarbeiteter Form schädlich, und nicht, wenn sie aus Früchten stammt. Der Zucker in Obst ist natürlicher Zucker und kommt im Verbund mit vielen gesunden Nährstoffen.

Industriell hergestellter Zucker, also Haushaltszucker, beinhaltet zwar dieselben Zuckerarten (Fruktose und Glukose), aber in diesem Fall wurden sie aus ihrer natürlich vorkommenden Quelle entfernt und werden nicht als natürliche Bestandteile von Obst, Gemüse und Getreidesorten gegessen. Diese Art beinhaltet leere und schnell verdauliche Kalorien, die während der Verdauung zusätzlich körpereigene Mineralien verbrauchen. Raffinierter Zucker enthält zudem keinerlei Nährstoffe, keine Proteine, keine gesunden Fette und keine Enzyme – Stoffe die Früchte sehr wohl enthalten.

Zucker raubt Nährstoffe – Krankheiten vorprogrammiert

Während der natürliche Zucker aus pflanzlichen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Getreide) ein ideal abgestimmtes Verhältnis von Mineralien, Vitaminen, Enzymen, Proteinen und Fetten enthält, die nicht nur wichtig für die Gesundheit sind, sondern die Verdauung positiv unterstützen, so kann man raffinierten Zucker als „Nährstoffräuber“ bezeichnen. Zucker enthält keine Nährstoffe, ist also frei von Mineralien, Spurenelementen oder Vitaminen. Durch den industriellen Herstellungsprozess werden allen Zuckerarten die Nährstoffe entfernt.

Doch für die Verdauungsprozesse benötigt der menschliche Körper Nährstoffe, ganz besonders Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Enzyme. Bestandteile die im leerem Zucker, also in jedem industriell hergestellten Zuckerprodukt, nicht mehr enthalten sind. Für die Verstoffwechselung von Zucker und die Umwandlung in Energie werden besonders die B-Vitamine, Magnesium, Zink und Mangan benötigt. Da, im Gegensatz zu pflanzlicher Stärke wie Obst und Gemüse, raffinierter Zucker oder leere Kohlenhydrate diese Mineralien nicht besitzen, muss der Körper diese benötigten Mengen an Mikronährstoffen aus den eigenen Nährstoff-Depots entnehmen. Bei regelmäßigem Zucker-Konsum werden daher eigene Mineralien benutzt und auf Dauer leeren sich die körpereigenen Depots. Daher bezeichnet man Zucker auch als „Nährstoffräuber“. Ein Nährstoffmangel führt über kurz oder lang zu Mangelerscheinungen, schwächt das Immunsystem und sorgt für gesundheitliche Beschwerden. Aus diesem Grund macht Zucker krank.

Zucker macht krank

Die Gesundheit leidet unter dem regelmäßigem Konsum von Zucker. Studien zeigen die direkte Verbindung zwischen einem hohen Zuckerkonsum und diversen Gesundheitsbeschwerden wie Karies, Übergewicht, hoher Blutzuckerspiegel oder Magen-Darm-Probleme.

Offizielle Stellen empfehlen den Konsum von Zucker auf 40 bis 50 Gramm pro Tag zu beschränken. Dies ergibt einen Wert von circa 15 Kilo Zucker pro Jahr. Tatsächlich liegt in Deutschland der durchschnittliche pro Kopf Zuckerverbrauch bei rund 40 Kilo jährlich, Tendenz steigend.

Zucker hat viele negative Auswirkungen auf den Körper. Er macht schlaff, antriebslos, müde und depressiv. Aber leider sorgt Zucker auch für körperliche Krankheiten. Zucker macht krank – aber wie?

Übergewicht

Wahrscheinlich nichts Neues, aber je mehr Zucker konsumiert wird, desto höher liegt die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht. Forschungen zeigen, dass Menschen, die häufiger gesüsste Getränke trinken, dazu neigen, mehr zu wiegen und ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes haben als diejenigen, die Soft-Drinks eher meiden.

Psyche

Zucker macht süchtig, indem es das Gleichgewicht zwischen Botenstoffen und Gehirn stört. Zusätzlich steuert er gewisse Neurotransmitter (Serotonin und Dopamin) die ein Suchtverhalten auslösen können. Dieses Ungleichgewicht führt zu diversen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Lustlosigkeit, Angst oder Stimmungsschwankungen. Studien belegen einen Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und Depressionen.

Darmflora

Zucker nährt Bakterien. Aber nicht die nützlichen Darmbakterien sondern die in wesentlich geringerer Anzahl aufweisbaren schlechten Darmbakterien. Zu viel Zucker kann im Darm zu Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall führen. Er zerstört die Darmflora und fördert schädliche Darmbakterien und dient als Nahrung für Pilze, was zu diversen Darmkrankheiten führen kann. Ein hoher Zuckerkonsum fördert regelrecht Krankheiten wie eine Pilzinfektion, Dysbiose oder Leaky-Gut.

Zähne

Bakterien befinden sich nicht nur im Darm, sondern auch im Mund. Durch den regelmäßigen Zuckerkonsum werden schädliche Bakterien genährt und sorgen für ein ungesundes Mund-Milieu, was früher oder später zu Zahnproblemen wie Karies führt.

Gelenke

Zuckerreiche Lebensmittel wie Süßigkeiten, Limonade, Weißbrot, Kuchen oder Kekse enthalten nicht nur keine gesunden Nährstoffe, diese Produkte rauben dem Organismus wichtige Nährstoffe, übersäuern den Körper und führen zu Entzündungen. Entzündungsprozesse sind an allen Gelenkbeschwerden beteiligt. Außerdem zeigen Studien, dass der Zuckerkonsum das Risiko für die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis erhöhen kann.

Haut

Eine weitere Nebenwirkung von Zucker und Entzündungen – es kann die Haut schneller altern lassen. Zucker bindet sich an Proteine im Blutkreislauf und bildet schädliche Moleküle, welche sich an Kollagenfasern im Gewebe heften. Zucker schadet dem natürlichen Kollagen und Elastin im Hautgewebe. Das wiederum sorgt für eine weniger straffe und elastische und somit für schrumpelige und faltige Haut.

Leber

Isolierter Zucker wird deutlich schneller zu Fett umgewandelt als Stärke. Zucker ernährt sozusagen die Fettzellen und macht Fett. Dies führt langfristig zu einer Fettleber, was wiederum eine Insulinresistenz der Leber auslösen kann.

Herz

Das überschüssige Insulin im Blutkreislauf kann die Arterien beeinträchtigen, was die Herzgesundheit beeinflussen kann. Mit der Zeit kann es zu Problemen mit den Arterien, wie zum Beispiel Arteriosklerose, zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Beschädigungen am Herzen führen. Forschungen deuten darauf hin, dass weniger Zucker zu essen helfen kann, den Blutdruck zu senken, ein wichtiger Risikofaktor für Herzerkrankungen. Außerdem erkranken Menschen, die viel industriellen Zucker essen, doppelt so häufig an Herzerkrankungen wie Menschen, deren Ernährung aus weniger zugesetztem Zucker besteht.

Krebs

Tumorzellen ernähren sich von Zucker und können sich dementsprechend besser vermehren. Wissenschaftler erforschen den direkten Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und der Entstehung von verschiedenen Krebsarten. Zu viel Zucker schwächt das Immunsystem und fördert Entzündungen im Körper. Ein schwaches Immunsystem und Entzündungsprozesse begünstigen Krankheiten wie Krebs. Studien zeigen, dass zugesetzter Zucker das Risiko von Speiseröhrenkrebs erhöht, während industriell hergestellte Fruktose das Krebsrisiko im Dünndarm zu erhöhen scheint. Andere Forschungen deuten auf einen Zusammenhang zwischen hoher Zufuhr von zugesetztem Zucker und Darmkrebs hin.

Fazit – Ist Zucker schlecht?

Ja und Nein! Zucker (Stärke) ist gesund und notwendig wenn er aus natürlichen und pflanzlichen Quellen wie Obst, Gemüse und Getreide stammt. Also aus vollwertigen Lebensmitteln. Industriell verarbeiteter Zucker macht krank, ist schädlich und ungesund. Dieser kann nachweislich das Risiko für vorzeitigen Tod erheblich erhöhen. Zucker beeinträchtigt zusätzlich die Gehirnleistung, schädigt die Leber und erhöht das Risiko für Herzkrankheiten. Nebenbei steigt gleichzeitig das Krebsrisiko.

Da vielen verarbeiteten Lebensmitteln mittlerweile sehr konfuse und alternative Bezeichnungen für Zucker gegeben werden, macht es Sinn, sich die Inhalte dieser Produkte ganz genau durchzulesen. Mittlerweile werden einem Großteil von abgepackten Produkten Zucker unter anderer Bezeichnung oder chemische Zuckeraustauschstoffe verabreicht. Wer sicher gehen will, vermeidet oder reduziert einfach stark verarbeitete Produkte und reduziert somit seinen Zuckerkonsum und das Krankheitsrisiko.

„Gesundheit ist eine Entscheidung.“


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Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

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Havard Health Medical School, 2014 – Eating too much added sugar increases the risk of dying with heart disease

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Tuft University, 2015 – Daily Sugar-Sweetened Beverage Habit Linked to Non-Alcoholic Fatty Liver Disease

Vos MB, 2014 – Nutrition, nonalcoholic fatty liver disease and the microbiome: recent progress in the field

Frazier TH, 2011 – Gut microbiota, intestinal permeability, obesity-induced inflammation, and liver injury.

Ochoa M, 2014 – Dietary sugars: their detection by the gut–brain axis and their peripheral and central effects in health and diseases

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Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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