Die basische Ernährung auf dem Prüfstand

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Die basische Ernährung wird immer beliebter. Immer mehr Menschen erkennen, dass eine basenüberschüssige Ernährung und ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt zu einer besseren Gesundheit und mehr Wohlbefinden führt.

Die basische, oder auch alkalische Ernährung basiert auf der Idee, dass der Ersatz von säurebildenden Nährstoffen durch basische Nährstoffe die Gesundheit verbessern kann.

Doch was bedeutet eigentlich basisch? Und was sind die Vorteile einer basenüberschüssigen Ernährungsweise? Schauen wir uns die Sachlage mal etwas genauer an.

Was bedeutet basische Ernährung?

Dafür sollten wir erstmal klären was Basen überhaupt sind. Basen sind chemische Verbindungen die in der Lage sind, basische Komponenten zu bilden um damit den pH-Wert einer Lösung zu erhöhen. Eine Base kann sozusagen als Gegenspieler einer Säure definiert werden und kann diese Säure neutralisieren.

Im menschlichen Körper verhält sich das wie folgt: Der Stoffwechsel, also die Umwandlung von Nahrung in Energie, geht immer mit chemischen Reaktionen einher, die eine feste Masse auflösen.  Durch die Verstoffwechselung und Resorption von Nährstoffen, bleiben immer „Reste“ übrig, so genannte Stoffwechselrückstände. 

Ernährst du dich nun gesund und basenüberschüssig, können genug basische Nährstoffe aufgenommen werden, um mögliche Säuren ganz leicht zu Neutralisieren. Führst du deinem Körper aber zu viele saure und zu wenig basische Lebensmittel zu, muss er auf Dauer große Anstrengungen unternehmen, um die Säuren zu neutralisieren und das innere Gleichgewicht, in Form des Säure-Basen-Haushaltes, zu erhalten.

Die Folgen einer dauerhaften Übersäuerung haben diverse gesundheitliche Auswirkungen und ein negatives Wohlbefinden. Eine basenüberschüssige Ernährungsweise kann dich dabei unterstützen, dass dein Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Unter basenüberschüssig versteht man ein Lebensmittelverhältnis von 70 bis 80% Basen und 20 bis 30% Säuren.

Was ist der Säure-Basen-Haushalt?

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein Regulationssystem, der alle Körperbereiche in seinem natürlichen pH-Bereich hält. Alle Menschen bestehen zum größten Teil aus Flüssigkeit, und diese ist sauer oder basisch. Der pH-Wert reicht von 0 (sauer) bis 14 (basisch). Der Säure-Basen-Haushalt reguliert jedes Körperorgan, jede Flüssigkeit, eigentlich den ganzen Organismus.

Die wichtigste Aufgabe, neben dem Neutralisieren von Säuren, ist der Schutz des Blutes. Das menschliche Blut hat einen leicht basischen pH-Wert von 7,35 – 7,45. Der Organismus, egal wie basisch oder säurelastig die Lebens- und Ernährungsweise ist, hat immer die Aufgabe das Blut in diesem leicht basischen pH-Wert zu halten. Ist das Blut sauer, entstehen ernsthafte Erkrankungen.

Saurer Körper – Basischer Körper

Aber bereits ein zu hohes Aufkommen von Säuren in Bindegewebe oder Organen kann deine Gesundheit negativ beeinflussen. Durch eine übersäuernde Lebens- und Ernährungsweise, einen Mangel an basischen Lebensmitteln und ein Defizit an körpereigenen Basen kann, unabhängig vom pH-Wert des Blutes, zu vielen gesundheitlichen Problemen führen. Wenn neutralisierte Säuren bei einem Übermaß nicht mehr ausgeschieden werden können, reichern sich diese im Körper an und sorgen so für diverse Störungen. Diese Störungen äußern sich in Form von Müdigkeit und Erschöpfung, ungesunder und schlechter Haut, schwaches Bindegewebe, häufigen Infektionen und Erkältungen, Gicht, chronischen Krankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Eine basische Ernährung und ein dadurch ausgeglichener pH-Wert stehen in Verbindung mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen, von der Verbesserung der Darmgesundheit, Stärkung des Immunsystems bis hin zu einer gesünderen Haut und einer Erhöhung des Energieniveaus. Weitere Vorteile sind eine leichtere Gewichtsabnahme und verbesserte psychische Gesundheit mit weniger Stimmungsschwankungen und Konzentrationsproblemen.

Welche Lebensmittel sind basisch?

Für eine basenüberschüssige Ernährungsweise ist es natürlich wichtig zwischen basischen und sauren Lebensmitteln unterscheiden zu können. Basische Lebensmittel überzeugen durch ihren hohen Gehalt an wichtigen und basischen Mineralstoffen.

Die einfachste Art der Unterscheidung ist: die meisten pflanzlichen Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, sind basisch, während tierische Produkte (Fleisch und Milch) sauer sind. Während alle tierischen Produkte sauer sind, sind nicht alle pflanzlichen Nährstoffe basisch. Zucker, Getreide und einige Nüsse und Hülsenfrüchte sind sauer, können aber anders eingestuft werden. Man differenziert daher zwischen guten und schlechten Säuren.

  • Stark basische Lebensmittel sind grünes Blattgemüse (Spinat und Grünkohl) oder Kräuter wie beispielsweise Brennnessel, Löwenzahn, Basilikum oder Petersilie. Auch viele Gewürze wie Fenchel, Anis oder Kurkuma haben basische Eigenschaften.
  • Zu den klassischen basischen Lebensmitteln gehören Obst, Gemüse, Salate und Pilze. Auch Sprossen, Wildkräuter, Mandeln, Kokosprodukte und Kartoffeln gehören dazu. Hülsenfrüchte zählen eigentlich in die schwach säurehaltige Kategorie. Werden Linsen, Bohnen und Co aber gekeimt, können sie zu den basischen Lebensmitteln dazugezählt werden.

Bei den sauren Lebensmitteln unterscheidet man, auf Grund ihrer chemischen Verbindungen und ihrem gesamten Nährstoffgehalt, zwischen guten Säuren und schlechten Säuren:

  • Gute säurehaltige Lebensmittel sind ungekeimte Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) und Saaten, sowie Vollkorngetreide (außer klassische Weizen-/Weißmehlprodukte) und Pseudogetreide (Quinoa, Buchweizen, Hirse).
  • In die Kategorie schlechte Säuren fallen tierische Produkte wie konventionelle Fleisch-, Wurst- und Eierprodukte, Milch und Milchprodukte, Fertigprodukte und Junk-Food, Industriezucker und klassisches Weizenmehl (Weissmehl) und alle daraus entstandenen Produkte (Back- und Teigwaren). Auch Kaffee, Alkohol, Softdrinks und diverse Lebensmittelzusatzstoffe zählen als Stoffe die den Körper übersäuern.

Basische Ernährung und die Gesundheit

Die basische Ernährungsweise hat viele gesundheitliche Vorteile. Auch wenn eine säurelastige Ernährung nicht direkt den Blut-pH-Wert verändert, können dennoch viele Krankheiten aus einer zu hohen Säurekonzentration entstehen. Basen und basische Mineralstoffe können dementsprechend das Krankheitsrisiko minimieren und den Organismus schützen, was für deine Gesundheit entscheidend ist.

Werfen wir einen Blick auf die gesundheitlichen Vorteile von Basen:

  • Schützt Knochendichte und Muskelmasse: Die Aufnahme von Basen spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung von Knochenstrukturen. Forschungen zeigen, dass je mehr basische Lebensmittel konsumiert werden, desto besser ist der Schutz vor abnehmender Knochendichte und Muskelschwund im Alter. Eine alkalische Ernährung kann helfen, die Verhältnisse von Mineralien auszugleichen, die für den Knochenaufbau wichtig sind.
  • Senkt das Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfall: Ein weiterer gesundheitlicher Vorteil einer basischen Ernährung ist, dass Entzündungen reduziert werden und eine Erhöhung der Produktion von Wachstumshormonen bewirkt werden kann. Dies verbessert nachweislich die kardiovaskuläre Gesundheit und bietet Schutz vor häufigen Problemen wie hohem Cholesterinspiegel, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Nierensteinen, Schlaganfall und sogar Gedächtnisverlust.
  • Lindert Schmerzen und chronische Entzündungen: Studien haben einen Zusammenhang zwischen einer basischen Ernährung und einem Reduzieren von Schmerzen feststellen können. Es wurde nachgewiesen, dass eine chronische Übersäuerung (Azidose) zu chronischen Entzündungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelproblemen und Gelenkschmerzen führt. Eine deutsche Studie ergab, dass über 90% der untersuchten Patienten mit chronischen Schmerzen, die vier Wochen lang täglich basische Ergänzungsmittel erhielten, einen signifikanten Rückgang der Schmerzen meldeten.
  • Verbessert die Immunfunktion und kann das Risiko von Krebs reduzieren: Wenn den Zellen basische Mineralien fehlen, um Stoffwechselrückstände zu entsorgen oder den Körper vollständig mit Sauerstoff zu versorgen, leidet der ganze Organismus. Die Vitaminaufnahme wird durch den Mineralienverlust beeinträchtigt, während sich Giftstoffe und Krankheitserreger im Körper ansammeln und das Immunsystem schwächen. Untersuchungen zeigen, dass die Zellentartung eher in einem übersäuerten Körpermilieu stattfindet und das Krebszellen in einem basischen Milieu dauerhaft nicht überleben können. Basen und basische Nährstoffe können dabei helfen, Entzündungen und das Risiko für Krankheiten wie Krebs zu verringern.
  • Fördert die Vitaminaufnahme und beugt Mineralstoffmangel (besonders Magnesiummangel) vor: Eine Erhöhung des Magnesiumgehalts ist für die Funktion hunderter von Enzymsystemen und Körperprozessen erforderlich. Viele Menschen haben, geschuldet durch eine ungesunde Ernährung und einen Mangel an körpereigenen Mineralien, einen Magnesiummangel und haben dadurch ein erhöhtes Risiko an Herzkomplikationen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Angstzustände zu erkranken. Magnesium wird zusätzlich benötigt, um Vitamin D zu aktivieren und Vitamin D-Mangel zu verhindern, was für die allgemeine Immun- und Hormonfunktion wichtig ist.
  • Unterstützt bei der Gewichtsreduktion und hilft dabei ein gesundes Gewicht zu halten: Die Reduktion von säurebildenden Lebensmitteln und der Verzehr von mehr basischen Lebensmitteln kann deinen Körper vor Fettleibigkeit schützen. Basen senken nachweislich den Leptinspiegel. Leptin ist ein Hormon (Sättigungshormon) was sich auf deine Hunger- und Stoffwechselfähigkeiten auswirkt. Eine basenüberschüssige Ernähungsweise gibt deinem Körper die Möglichkeit, einen gesunden und normalen Leptinspiegel zu erreichen, was dich auf Dauer schneller gesättigt fühlen lässt. Zusätzlich sind basische Nährstoffe in ausschließlich gesunden Lebensmitteln vertreten, sodass eine basenüberschüssige Ernährung auch als gesunde Ernährungsweise angesehen werden kann.

Ein „Aber…!“

Eine basische Ernährung ist gesund, hat viele gesundheitliche Vorteile und, bei richtiger Durchführung, keinerlei negative Auswirkungen. Ausreichend Basen können deinem Körper helfen, sein inneres Gleichgewicht zu halten, Säuren zu neutralisieren und das Risiko für Krankheiten zu reduzieren.

Allerdings muss gesagt werden, dass nichts was du isst, sich direkt auf deinen Blut-pH-Wert auswirken wird. Selbst bei einer ungesunden Ernährungsweise unternimmt der Körper alles mögliche um den pH-Wert des Blutes zu schützen und konstant zu halten.

Dennoch sollte das kein Freifahrtschein für eine ungesunde Ernährung sein. Denn was bringt dir ein basischer pH-Wert deines Blutes, wenn du dadurch mit diversen chronischen Krankheiten zu kämpfen hast?

„Gesundheit ist eine Entscheidung.“


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Ramon

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

Collins S, WebMD, 2018 – Alkaline Diets

Pizzorno J, 2010 – Diet-induced acidosis: is it real and clinically relevant?

Hamm LL, 2015 – Acid-Base Homeostasis

Kraut JA, 2010 – Metabolic acidosis: pathophysiology, diagnosis and management.

Bonjour JP, 2011 – Protein intake and bone health.

Price A, 2016 – High Blood Pressure Symptoms You Can Reverse Naturally

Vormann J, 2001 – Supplementation with alkaline minerals reduces symptoms in patients with chronic low back pain.

Smith SR, 1991 – Tumour pH and response to chemotherapy: an in vivo 31P magnetic resonance spectroscopy study in non-Hodgkin’s lymphoma.

Axe J, 2018 – 10 Natural Cancer Treatments Revealed

Levy J, 2018 – Alkaline Diet: The Key to Longevity and Fighting Chronic Disease?

Kanbara A, 2012 – Effect of urine pH changed by dietary intervention on uric acid clearance mechanism of pH-dependent excretion of urinary uric acid

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About Author

Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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