Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn – Die Darm-Hirn-Achse

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Kennst du das Bauchgefühl? Wie beispielsweise Schmetterlinge im Bauch zu haben oder wenn dir etwas auf den Magen schlägt? Diese Empfindungen deuten darauf hin, dass es eine direkte Verbindung zwischen deinem Darm und Gehirn gibt.

Erkrankungen des Gehirns und der dazugehörigen Nerven gehören zu den stetig wachsenden Krankheiten unserer Gesellschaft. Wahrscheinlich kennst du selber mindestens eine Person die mehr oder weniger mit extremen Stimmungsschwankungen, Ängsten, psychischen Problemen, Depressionen oder Alzheimer zu kämpfen hat.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass das Gehirn die Gesundheit des Darms beeinflusst und der Darm die Gesundheit des Gehirns. Der Darm steht in direktem Kontakt mit dem Gehirn. Die Ernährung, das Immunsystem und die Darmflora haben einen großen Einfluss auf die Gehirngesundheit und damit auf die Psyche und Emotionen.

Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn

Der Darm wird oftmals auch „zweites Gehirn“ bezeichnet, und das aus gutem Grund. Bereits während der Schwangerschaft bildet sich im Mutterleib der Bauch und das Gehirn tatsächlich aus dem gleichen Gewebe. Daher bleibt auch im Erwachsenenalter eine Verbindung zwischen den Beiden erhalten.

Diese Verbindung zwischen Darm und Gehirn nennt man Darm-Hirn-Achse (engl. gut-brain-axis). Die Darm-Hirn-Achse ist ein Begriff für das Kommunikationsnetzwerk, dass Darm und Gehirn verbindet.

Die „Kommunikation“ zwischen Darm und Gehirn

Es gibt verschiedene Wege der Kommunikation zwischen den beiden Organen. Ein Großteil verläuft über die Nervenverbindungen im Rückenmark, ein anderer großer Teil über den Nervus Vagus (Vagusnerv) und über das enterische Nervensystem. Weitere Kommunikationsmöglichkeiten sind über die Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen.

Der Vagusnerv ist einer der größten Nerven, der deinen Darm und dein Gehirn verbindet. Er sendet Signale in beide Richtungen aus. Er verbindet den Hirnstamm mit dem Verdauungssystem.

Das enterische Nervensystem enthält circa 100 Mio. Nervenzellen, die sich entlang der Darmwände befinden. Das enterische Nervensystem im Darm ist ein eigenständiger Teil des gesamten Nervensystems, steht aber in ständigem Kontakt mit dem zentralen Nervensystem.

Kommunizierende Darmbakterien

Neben den genannten Nervenverbindungen zwischen Darm und Gehirn, befinden sich in etwa 100 Billionen Bakterien im Darm. Diese Darmbakterien haben mehr Aufgaben, als sich ausschließlich um die Verdauung und Darmflora zu kümmern.

Diese Darmbakterien kommunizieren untereinander und schütten bestimmte Botenstoffe aus, um damit auch mit dem restlichen Organismus in Verbindung zu treten. Im Darm befinden sich zusätzlich spezielle Rezeptoren (Proteine), die durch Nerven mit dem Gehirn verbunden sind. Wenn nun Nährstoffe unserer Nahrung durch die Darmbakterien verdaut und zum Teil freigesetzt werden, können diese speziellen Rezeptoren Signale aus dem Darm zum Gehirn transportieren. Wissenschaftler vermuten, dass sich mit den Darmbakterien und unserer Ernährung diverse Prozesse und Funktionen im Gehirn steuern lassen.

Das Gehirn und sein Stellenwert

Das Gehirn lässt sich durch diverse Ernährungsformen nachweislich steuern. Eine schlechte Ernährung hat dadurch negative Auswirkungen auf die Gehirnleistung und die Psyche.

Doch ist es erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit das Gehirn bekommt. Es gibt unzählige Bücher und Artikel über die Auswirkung der Ernährung auf das Gewicht, das Aussehen, das Hautbild oder andere Körperfunktionen. Es existieren verschiedene Diäten für allerlei mögliche Erkrankungen. Es scheint fast so als ob man das Gehirn benutzt, um an alles Mögliche zu denken, nur nicht an die Gehirngesundheit.

Was schadet dem Gehirn?

Tag für Tag werden im Darm Lebensmittel in Nährstoffe gespalten, in die Blutbahn aufgenommen und letztendlich zu verschiedenen Organen transportiert, auch ins Gehirn. Dort werden sie in den Zellen gespeichert und für diverse Funktionen benutzt. Zusätzlich stimulieren auch die Nährstoffe aus dem Darm, auf die ein oder andere Art und Weise, die Nerven die zum Gehirn führen und haben zusätzlichen Einfluss auf kognitive Fähigkeiten.

Folglich kann die Ernährung das Gefühlsleben massiv beeinflussen. Alle Nährstoffe oder Nervenstimulationen werden ins Gehirn weitergeleitet und können unterschiedlichste Reaktionen auslösen.

Wenn eine fetthaltige oder zuckerhaltige Mahlzeit gegessen wird, entstehen häufig Symptome wie Müdigkeit, Trägheit und Energiemangel. Diese Symptome nennt man auch „Gehirnnebel“ (engl. brain-fog). Diese Symptome entstehen aber nicht im Magen-Darm-Bereich, sondern im Gehirn.

Synthetische Zusatzstoffe in Lebensmitteln können die Nerven im Gehirn so weit reizen, dass sich, bei regelmäßigem Verzehr, Konzentrationsstörungen, Aggressionen oder Stimmungsschwankungen ergeben.

Forschungen zeigen, dass eine ungesunde Ernährung aus viel Fertignahrung, ungesunden Fetten, Zucker, Weißmehl-Produkten und synthetischen Zusatzstoffen den Verlust von wichtigen strukturellen und funktionellen Elementen im Gehirn verursacht, mit einer höheren Anfälligkeit für Gehirnalterung und Demenz.

„Denke daran: Wenn du das nächste Mal etwas ungesundes isst, werden alle enthaltenen Inhaltsstoffe Teil deines Gehirns.“

Gesunde Ernährung fördern

Eine ungesunde Ernährung hat nachweislich negative Auswirkungen sowohl auf die Darm- als auch auf die Gehirngesundheit. Aber wie sieht es mit einer gesunden Ernährungsweise aus? Hat eine gesunde Ernährung positive Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistung deines Gehirns? Kann eine Ernährung aus reichlich Obst und Gemüse eventuell die Psyche beeinflussen?

Studien bestätigen, dass sich verschiedenen Nährstoffe wie Magnesium, Zink, Vitamin C, die B-Vitamine, die Aminosäure Tryptophan oder die Omega-3-Fettsäuren (insbesondere die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA) positiv auf die Gehirnaktivität und das Hormonsystem auswirken.

Eine Ernährung aus viel Obst und Gemüse, verschiedenen Kräutern und Gewürzen, Nüssen und Saaten, Hülsenfrüchten und komplexen Kohlenhydraten, liefert eine große Menge aller für die Darmgesundheit wichtigen Nährstoffe. Neben einer gesunden Darmflora sorgen diese Nährstoffe auch für eine optimale Versorgung des Gehirns und dadurch für eine gesunde Psyche.

„Kohlenhydrate sind nicht der Feind. Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornreis, Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Haferflocken sind eine gute Energiequelle für dein Gehirn.“

Wasser trinken

Das menschliche Gehirn hat einen Wasseranteil von circa 85 Prozent. Jede Reaktion die im Gehirn abläuft benötigt Wasser. Das bedeutet, dass täglich ausreichend Wasser nachgefüllt werden muss.

Müdigkeit, mangelnde Energie, Schwindel? Kaum ein Organ reagiert so empfindlich auf Dehydrierung wie das Gehirn. Daher ist es wichtig, je nach körperlicher Aktivität, mindestens 1.5 Liter, besser aber noch 2 Liter Wasser täglich zu trinken.

Die Sonne

„Raus in die Sonne!“ – auch das Sonnenlicht ist, durch die Vitamin D Produktion, ein wichtiger Faktor für eine gesunde Psyche. Ein Sonnenlichtmangel oder ein Vitamin D Mangel kann die Gehirnleistung negativ beeinträchtigen. Sonnenschein ist die beste bioverfügbare Quelle, dennoch kann über die Wintermonate eine Versorgung mit Vitamin D durchaus sinnvoll sein.

Fazit

Der Körper muss immer als Einheit betrachtet werden. Dazu zählt auch die Verbindung von Darm und Gehirn, also die Darm-Hirn-Achse. Eine Ernährungsumstellung und eine dadurch resultierende gesunde Darmflora, ist ein wichtiger Schritt für eine verbesserte Gehirngesundheit.

Eine schlechte Ernährung steht in direktem Zusammenhang mit einem ungesunden Darm, was wiederum negative Auswirkungen auf dein Gehirn hat. Neben unnötigen und meist ungesunden Diäten die einen schnell abnehmen lassen, sollte eine gesunde Ernährung die das Gehirn schützt, einen wesentlich wichtigeren Stellenwert in der Gesellschaft haben. 

In der Regel hat eine „gehirnschützende“ Ernährungsweise auch weitere gesundheitliche Vorteile, sodass auch eine mögliche Gewichtsreduktion optimal funktioniert.

„Gesundheit ist eine Entscheidung.“


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Ich freue mich dich kennenzulernen,

Ramon

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

Carabotti M, 2015 – The gut-brain axis: interactions between enteric microbiota, central and enteric nervous systems

Cryan JF, 2012 – Mind-altering microorganisms: the impact of the gut microbiota on brain and behaviour

Breit S, 2018 – Vagus Nerve as Modulator of the Brain-Gut Axis in Psychiatric and Inflammatory Disorders

Bonaz B, 2018 – The Vagus Nerve at the Interface of the Microbiota-Gut-Brain Axis

Mayer EA, 2011 – Gut feelings: the emerging biology of gut–brain communication

Gonzalez A, 2011 – The mind-body-microbial continuum

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About Author

Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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