Die beeindruckenden gesundheitlichen Vorteile der Bitterstoffe

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Kurze Frage vorweg: Was ist dein Lieblingsessen? Wahrscheinlich hast du jetzt irgendetwas Süßes oder Herzhaftes im Kopf. Eventuell sogar etwas Fetthaltiges, oder kannst dich nicht zwischen den drei Komponenten entscheiden. Bestimmt hast du aber nicht an Bitterstoffe gedacht, oder?

In der Geschichte der Menschheit, als Nahrung noch gesucht und gesammelt werden musste, waren die Menschen nicht so wählerisch. Es ging nicht um Genuss, sondern stattdessen um Energiezufuhr und heilende und vitalisierende Nährstoffe. Und da spielten Bitterstoffe eine große Rolle in der menschlichen Ernährung, mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

Bitterstoffe haben eine wichtige Funktion für deine Gesundheit. Schauen wir uns doch mal diese abhanden gekommenen Bitterstoffe etwas genauer an.

Was sind Bitterstoffe und wo sind sie zu finden?

Bitterstoffe zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Per Definition stehen Bitterstoffe für alle chemischen Verbindungen aus Pflanzenstoffen, die einen bitteren Geschmack aufweisen. Ausserdem haben Sie hervorragende verdauungsfördernde Eigenschaften. Forscher, die sich mit den positiven Wirkstoffen von Bitterstoffen auseinandersetzen, heben die vielen gesundheitlichen Vorteile hervor.

Bitterstoffe befinden sich in vielen Pflanzen und Wildkräutern, wie beispielsweise Wermut, Enzian, Löwenzahn, Gänseblümchen und Wegwarte. Aber auch im Supermarkt lassen sie sich finden. So befindet sich dieser sekundäre Pflanzenstoff in Grapefruits, Artischocken, Chicorée und Rucola. Aber auch Gewürze sind voller Bitterstoffe. So gelten Kardamom, Koriander, Ingwer und Zimt als wertvolle Bitterstofflieferanten.

Moderne Ernährung und der Mangel an Bitterstoffen

Durch eine überwiegend fleisch-, zucker- und salzhaltige Ernährungsweise, sind besonders in den letzten 100 Jahren Bitterstoffe systematisch aus der Nahrung entfernt worden und finden heutzutage kaum noch Beliebtheit. In Zeiten, in denen unsere Nährstoffe immer künstlicher wurden, hat sich der menschliche Geschmack für gesunde Bitterstoffe verabschiedet. Bitterer Geschmack findet kaum noch Beachtung in der Ernährung, ein großer Fehler.

Die ursprüngliche Ernährung eines Menschen beinhaltete eine Vielzahl von Bitterstoffen. Doch durch die moderne Lebensmittelindustrie erfreuen sich herzhafte, salzige und süsse Nahrungsmittel großer Beliebtheit. Zusätzlich führten die Zugabe von Aromen und Geschmacksverstärkern zu weiteren Manipulationen unserer Geschmackssinne. Heutzutage stoßen bittere Nährstoffe größtenteils auf Ablehnung.

Signale im Körper

Ein Meiden von Bitterstoffen bedeutet für viele, dass ihre Geschmacksrezeptoren größtenteils ungenutzt bleiben. Bitterstoffrezeptoren spielen tatsächlich eine wichtige Rolle für eine positive Verdauung und einen gesunden Appetit.

Neben den vielen Geschmacksrezeptoren für Bitterstoffe auf der Zunge, befinden sich im gesamten Verdauungssystem und an anderen Organen (Bauchspeicheldrüse) weitere Rezeptoren. Alleine im Darm gibt es 25 Geschmacksrezeptoren für Bitterstoffe, während es nur einen Einzigen für Süßes oder Herzhaftes gibt.

Gelangt etwas Bitteres in den Mund, so senden diese Rezeptoren Signale aus, welche vom Darm empfangen werden. Und genau diese Art von Stimulation fehlt in der heutigen Ernährung. Daher sind Zivilisationskrankheiten oder allgemeine Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung nichts ungewöhnliches, und womöglich auf eine bitterstoffarme Ernährung zurückzuführen.

Bitterstoffe und ihre Aufgaben

Ein gesundes Verdauungssystem ist für die allgemeine Gesundheit unerlässlich. Erst wenn die Verdauung optimal funktioniert, kann auch der restliche Organismus einwandfrei funktionieren. Eine gesunde Verdauung hat positive Auswirkungen auf das Immunsystem, die Nährstoffversorgung, auf diverse Stoffwechselprozesse und auf die Entgiftung und Ausleitung von Schadstoffen. Allerdings benötigt das Verdauungsystem Bitterstoffe, denn diese haben viele wichtige Aufgaben:

  • Bitterstoffe unterstützen die Verdauungsorgane: Sie stimulieren nicht nur die Geschmacksrezeptoren im Darm, sondern auch den Magen, die Leber, die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse, also alle Organe die maßgeblichen Einfluss auf die Verdauung haben. Bitterstoffe regen diese Organe zur Produktion ihrer Flüssigkeiten an, wie beispielsweise die Magensäure oder Gallenflüssigkeit, was sich positiv auf die Verdauung und Zerkleinerung der Nährstoffe auswirkt. Darüber hinaus fördern Sie Entgiftungsfunktionen der Leber und reduzieren Blähungen und Verstopfungen.
  • Bitterstoffe helfen einer gesunden Darmflora: Die Darmflora und ihre nützlichen Darmbakterien helfen dem Verdauungstrakt bei einer Reihe von wichtigen Funktionen, wie beispielsweise einer besseren Nährstoffaufnahme oder der Unterstützung des Immunsystems. Forschungen zeigen, dass bestimmte Bitterstoffe präbiotisch wirken, also die guten Darmbakterien ernähren und fördern und somit für eine gesunde Darmflora sorgen.
  • Bitterstoffe gegen Heisshungerattacken: Bitterstoffe sind in der Lage, durch Stimulation der Geschmacksrezeptoren im Darm, bestimmte Hormone freizusetzen, die Appetit und Heisshunger kontrollieren können. Ausserdem verringert die vermehrte Aufnahme bitterer Nährstoffe die Lust auf Süsses. Studien zufolge, können Bitterstoffe zusätzlich die Kalorienaufnahme bei einer Mahlzeit um bis zu 30% reduzieren und zu einer kontrollierten Appetitkontrolle beitragen.
  • Bitterstoffe reduzieren den Blutzuckerspiegel: In der „alternativen“ Medizin oder Naturheilkunde werden bittere Kräuter seit langem verwendet, um einen gesunden Blutzuckerspiegel zu unterstützen. Moderne Forschungen zeigen, dass Bitterstoffe die Verdauung von Kohlenhydraten im Dünndarm verlangsamen können, was helfen kann, einen zu hohen Blutzuckerspiegel nach dem Essen zu reduzieren.

Zusätzlich zeigen neueste Studien, dass Bitterstoffe eine gesunde Haut unterstützen und das Hautbild deutlich verbessern können. Man fand heraus, dass durch Bitterstoffe der Säureschutzmantel der Haut (Hautlipide) besser gebildet werden kann.

Einfache Wege um „bitterer zu werden“

Zum Glück brauchst du nicht im Garten oder in Wäldern nach Wurzeln und verschiedenen Pflanzen suchen. Durch einfache Tipps kannst du sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen unter anderem die Bitterstoffe gehören, in deine Ernährung integrieren.

  • Mehr Pflanzen essen: Achte auf eine ausreichende Menge an pflanzlichen Lebensmitteln. Für eine höhere Aufnahme von Bitterstoffen solltest du auf Gemüse und Blattgemüse achten, welches einen insgesamt stärkeren Geschmack aufweist. Artischocken, Endivien, Rucola, Grünkohl, Radicchio oder Brokkoli wären eine gute Wahl.
  • Kauf bittere Kräuter: Sei mutig und trau dich häufiger Wildkräuter zu kaufen. Diese kannst du dir ganz einfach in deinen Salat oder in einen Smoothie mischen. Gesunde und bittere Kräuter sind Löwenzahn, Pfefferminze, Schafgarbe, Rosmarin, Thymian oder Koriander.

Die Bitterstoff-Kur

Bitterstoffe wirken erst so richtig gut, wenn du sie vor den Mahlzeiten einnimmst. Erst dann entfalten sie ihr ganzes Potential. Ob einmal täglich oder vor jeder Mahlzeit spielt dabei keine Rolle. Beobachtungen zeigen, dass Menschen schon zu Beginn einer Bitterstoff-Kur eine verbesserte Verdauung und gesteigerte Antriebskraft haben. Zusätzlich kann sich eine Entgiftungreaktion bemerkbar machen.

Meine Empfehlung

Forschungen zeigen zwar, dass eine Bitterstoff-Kur in Kapselform gewisse Rezeptoren im Darm aktivieren kann, aber nicht die selbe Wirkung erzielt, wie Bitterstoffe die bereits auf der Zunge alle Geschmacksrezeptoren stimulieren. Eine bessere Variante, neben dem Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln und Kräutern, ist die Einnahme von ganzheitlichen Bitterstoff-Kräutern in flüssiger Form. Diese gesunden Kräutermischungen aktivieren bereits im Mund alle Geschmacks- und Bitterstoffrezeptoren deines Körpers und wirken sich viel effektiver auf deine Verdauung und Gesundheit aus.

Der beste Zeitpunkt um mehr Bitterstoffe in deine Ernährung zu integrieren? So früh wie möglich. Forschungen zeigen, dass mit zunehmenden Alter, die Fähigkeit Bitterstoffe zu erkennen abnehmen kann.

„Gesundheit ist eine Entscheidung.“


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Ramon

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

Rawls B, 2018 – The Impressive Health Benefits of Bitter Foods

Kohlhase M, 2017 – Bitterstoffe als belebende Wirkstoffe für die Haut

Kohlhase M, 2017 – Bitter im Mund und rundum gesund

San Gabriel AM, 2015 – Taste receptors in the gastrointestinal system

Sternini C, 2007 – Taste receptors in the gastrointestinal tract. IV. Functional implications of bitter taste receptors in gastrointestinal chemosensing.

McMullen M, 2017 – The Use of Bitter Herbs in Practice

Madisch A, 2004 – Treatment of functional dyspepsia with a herbal preparation. A double-blind, randomized, placebo-controlled, multicenter trial.

Mennella I, 2016 – Microencapsulated bitter compounds (from Gentiana lutea) reduce daily energy intakes in humans.

Palatini K, 2015 – Diverse Classes of Bitter Phytochemicals Modulate Carbohydrate Metabolism and Immune Responses through Gastrointestinal Bitter Taste Receptors

Dotson CD, 2008 – Bitter Taste Receptors Influence Glucose Homeostasis

Santa-Cruz Calvo S, 2015 – The endocrinology of taste receptors

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About Author

Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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