Cholesterin aufgedeckt – schädlich oder nicht?

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Gesundheitliche Probleme, Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall – damit wird ein zu hoher Cholesterinspiegel sofort in Verbindung gebracht. Cholesterin ist schädlich und soll krank machen. Ein hoher Cholesterinspiegel wirft viele Leute aus der Bahn. Doch stimmt das alles wirklich? Was ist Cholesterin und ist Cholesterin schädlich oder nicht?

Was ist Cholesterin?

Cholesterin wird meist als Feind dargestellt, dabei spielt natürliches Cholesterin eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Cholesterin ist ein lebenswichtiges Lipid, eine fettähnliche Substanz aus der Gruppe der Sterine. 

Im menschlichen Organismus hat Cholesterin eine ausserordentlich wichtige Funktion, da jede Zelle des Körpers Cholesterin benötigt. Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und wird für alle Aufbau- und Produktionsprozesse der Zellmembranen benötigt. Darüber hinaus ist das Cholesterin für die Produktion von Hormonen und für neurologische Funktionen verantwortlich. Es schützt ausserdem die Gehirnfunktion und das Gedächtnis, ist an der Produktion von Gallensäure beteiligt und wird für die Herstellung von Vitamin D benötigt.

Natürliches Cholesterin ist nicht gefährlich und schlecht, sondern hat viele wichtige Funktionen. Cholesterin ist sogar so wichtig, dass der Körper den überwiegenden Teil, nämlich 85 bis 90 Prozent, selber produziert. Vor allem die Leber ist eine der wichtigsten Produktionsorgane des Cholesterins. Aber auch im Gehirn befinden sich viele cholesterinbildende Zellen.

Die restliche Menge, circa 10 bis 15 Prozent des Gesamtbedarfs wird über die Nahrung aufgenommen. In der Nahrung ist Cholesterin ausschließlich in tierischen Produkten zu finden, wie beispielsweise in Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukten und überwiegend in Eiern.

Arten von Cholesterin

Cholesterin ist, wie auch die Fette, nicht wasserlöslich. Daher benötigt es Transportmoleküle, um gebunden an diese, im Blut transportiert zu werden. Diese Verbindung zwischen Cholesterin und einem Transportmolekül nennt man nun Lipoproteine.

Zwar wird oftmals gesagt, es gebe zwei Arten von Cholesterin, doch das stimmt nicht so ganz. Es gibt verschiedene Arten von Lipoproteinen, doch die zwei häufigsten Formen sind das Low Density Lipoprotein (LDL – niedrige Dichte) und das High Density Lipoprotein (HDL – hohe Dichte). Je höher ihr Lipidanteil ist, desto niedriger ist die Dichte und desto schädlicher sollen sie angeblich für die Gesundheit sein.

Das Low Density Lipoprotein (LDL) ist das sogenannte „schlechte“ Cholesterin. Es ist für den Transport von Cholesterin und Triglyceride von der Leber zu anderen Teilen des Körpers verantwortlich. Das LDL transportiert den Großteil des im Körper befindlichen Cholesterins.

Das High Density Lipoprotein (HDL) wird auch häufig das „gute“ Cholesterin genannt. Es sammelt Cholesterin aus verschiedenen Teilen des Körpers auf und bringt dieses für die Verwertung zur Leber zurück. Aus der Leber wird das Cholesterin über die Galle ausgeschieden und kann über den Darm entsorgt werden.

Die beiden Lipoproteine als „gut“ und „schlecht“ zu bezeichnen ist absurd. Beide Transportproteine haben eine Funktion im Organismus inne und gelten als Grundsubstanz für wichtige Eigenschaften im menschlichen Körper.

Keine Angst vor Cholesterin

Auch wenn viele Menschen und ganz besonders Ärzte der Auffassung sind, Cholesterin ist schlecht und für viele Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich, so ist das glücklicherweise nur deren Meinung und keine Tatsache. Betrachtet man sich die vielen Eigenschaften, die Cholesterin im menschlichen Körper hat, kann man von der  Wichtigkeit eines gewissen Cholesterinspiegels ausgehen.

Große epidemiologische Studien haben zudem festgestellt, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem hohen Cholesterinspiegel und Herzerkrankungen gibt. Darüber hinaus fanden die Forscher der Studien heraus, dass die Todesraten bei jenen Menschen mit niedrigerem Cholesterinspiegel höher waren. Die Wissenschaftler kamen zum Ergebnis, dass ein hoher Cholesterinspiegel keinesfalls die tatsächliche Ursache für Herzerkrankungen und Arteriosklerose ist.

Hoher Cholesterinspiegel

Laut Statistiken nehmen circa 5 Mio. Deutsche cholesterinsenkende Medikamente (Statine) ein. Über 50% der Bevölkerung soll laut Schätzungen einen zu hohen Cholesterinspiegel haben. Ein Millionengeschäft. Was aber, wenn die gemessen Cholesterinspiegel total irrelevant sind? Was bedeutet ein zu hoher Cholesterinspiegel und was ist zu hoch?

Wie alle Bereiche im Körper reagiert auch Cholesterin auf gewisse Lebenssituationen eines jeden Menschen. Ein gemessener und für zu hoch befundener Cholesterinspiegel kann in diesem Moment aber ein angemessener Wert sein, bezogen auf die physische und psychische Verfassung eines Menschen. Der Cholesterinspiegel schwankt täglich, sodass bereits in ein paar Tagen ein anderer Wert gemessen werden könnte. Diese Schwankungen unterliegen verschiedenen körperlichen, psychischen und hormonellen Situationen.

Weitere Forschungen zeigen, dass angemessene und sogar „leicht erhöhte“ Cholesterinwerte gesundheitliche Vorteile für die Leistung des Gehirns mit sich bringen. Forscher der Universität Yale fanden zudem heraus, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem hohen HDL Wert und Herzerkrankungen gibt. Ein Team aus skandinavischen Wissenschaftlern bezeichnete Cholesterin sogar als „Vorteilhaft für die Gesundheit“ und argumentierte, dass Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel im Durchschnitt länger leben als Menschen mit niedrigeren Werten.

Die Ursache der Problematik

Die tatsächliche Ursache für einen für zu hoch befundenen Cholesterinspiegel ist der schlechte Zustand der Blutgefässe. Cholesterin dient als Kittmaterial, also als eine Art Reparaturstoff, für kaputte und arteriosklerotische Blutgefässe. Sind die Blutgefässe in einem schlechten Zustand, so deutet dass aber auf ein Ungleichgewicht und schlechten Zustand des Organismus hin.

Der eigentliche Grund für die Verbindung von Cholesterin zu Arteriosklerose oder Herzkrankheiten sind Entzündungen. Entzündungen sind die Reaktion des Körpers auf Verletzungen. Diese Verletzungen können sich auch innerlich an den Blutgefässen ergeben. Nicht das Cholesterin stellt die Gefahr dar, sondern die Entzündungen. Chronische Entzündungen entstehen durch eine ungesunde Ernährungsweise, fehlende Vitalstoffe und Antioxidantien und einer stressigen und schlechten Lebensweise.

Ungesunde Nahrungsmittel, Alkohol, Zigaretten und Stress verursachen chronische Entzündungsprozesse. Durch diese Entzündungsprozesse werden diverse chemische Stoffe gebildet, die zu oxidativen Schäden führen und die Arterien instabil und anfällig für Risse machen. Entzündungen und Risse an den Blutgefässen werden schließlich mit Hilfe von körpereigenen Proteinen, Kollagen, Calcium und Cholesterin repariert. So kommt es auch zu dem Trugschluss, ein zu hoher Cholesterinwert im Blut ist schlecht.

Das Problem entsteht durch chronische Entzündungsprozesse auf Grund dauerhaft ungesunder Ernährungs- und Lebensweise. Bleiben die Entzündungen nun längerfristig bestehen, so wird mehr Cholesterin zur Reparatur produziert, welches sich auf Dauer in den Blutgefäßen ansammelt und ablagert. Dies führt zu Plaque-Bildungen und darauf hin zu Arteriosklerose und gefährlichen Herzerkrankungen.

Cholesterin ist, wie uns das eingeredet werden soll, nicht der auslösende Faktor für arteriosklerotische Erkrankungen. Eine ungesunde Ernährung und Lebensweise führen zu Nährstoffmängeln, zur Bildung freier Radikale, zu oxidativem Stress und zu chronischen Entzündungen. Diese Kombination führt schlussendlich zu den bekannten Herzerkrankungen.

Priorität – Entzündungen senken

Der Fokus sollte nicht auf der Senkung des Cholesterinspiegels liegen. Zumal Cholesterin eine wichtige Funktion im Körper einnimmt und cholesterinsenkende Medikamente, so genannte Statine, viele gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen haben. Die Priorität sollte darauf gelegt werden, die Entzündungsprozesse zu stoppen und Entzündungen zu vermeiden.

So können Entzündungen vermieden werden:

  • Weniger isolierte Kohlenhydrate – Ungesunde Kohlenhydrate wie Zucker, Weissmehl, Back- und Teigwaren, weisse Nudeln und Reis, glutenhaltige Müslis fördern Entzündungsprozesse
  • Mehr Ballaststoffe – Eine Zufuhr von Ballaststoffen sorgt für die Bindung von Cholesterin im Darm und für die Ausscheidung über den Stuhl, anstatt im Darm wieder resorbiert zu werden
  • Iss gute Fette und vermeide Schlechte – gesunde ungesättigte Fette, wie beispielsweise die Omega-3-Fettsäuren, sorgen für eine Erhöhung des HDL Cholesterins, schützen das Herz und versorgen das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen. Ungesunde Fette, wie die Transfette oder gesättigte Fettsäuren aus tierischen Produkten, sollten gemieden werden. Diese Art von Fett führt zu Schäden durch Oxidation und zur Entstehung von Entzündungen im Körper.
  • Mehr Vitalstoffe – Durch eine gesunde und vitalstoffreiche Ernährung können viele wichtige Nährstoffe wie Mineralien, Vitamine und Antioxidantien dem Körper zugefügt werden, welche Entzündungsprozesse reduzieren und Schäden durch freie Radikale abwehren können.
  • Verbesserte Lebensweise – Eine Verbesserung der Lebensweise durch mehr Bewegung und weniger Stress reguliert nicht nur die unterschiedlichen Cholesterinverbindungen, sondern verringert die Entstehung von freien Radikalen und chronischen Entzündungsprozessen.

Meine Empfehlung 

Fazit

Lass dir nicht einreden, dass Cholesterin an sich etwas Schlechtes ist. Cholesterin hat viele wichtige Eigenschaften und ist ein nützlicher Stoff für diverse Körperfunktionen. Ein „zu hoher“ Cholesterinspiegel kann zwar zu einem Problem werden, ist aber nicht die Ursache. Das ursprüngliche Problem sind die Entzündungen im Körper, die eine erhöhte Cholesterinbildung und Ablagerung an den Arterien erst verursachen.

Reduziere die Entzündungen und das Risiko an Herzerkrankungen reduziert sich. Eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise ist fundamental für eine Reduzierung von Entzündungen und Vermeidung von arteriosklerotischen Herzproblemen. Durch eine gesunde Ernährung mit vielen wichtigen Vitalstoffen, der Vermeidung von ungesunden isolierten Kohlenhydraten, Zucker und Transfetten, einem Gewichtsverlust und der Veränderung einer stressigen und unsportlichen Lebensweise kannst du deine Entzündungen reduzieren und dadurch deinen Cholesterinspiegel auf natürliche und ganzheitliche Weise regulieren.


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Ramon

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

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Hajar R, 2016 – Framingham Contribution to Cardiovascular Disease

McKee PA, 1971 – The Natural History of Congestive Heart Failure: The Framingham Study

Tsao CW, 2015 – Cohort Profile: The Framingham Heart Study (FHS): overview of milestones in cardiovascular epidemiology

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Ravnskov U, 2003 – High cholesterol may protect against infections and atherosclerosis

Ravnskov U, 2006 – The Benefits of High Cholesterol

Cheng S, 2005 – Knowledge of cholesterol levels and targets in patients with coronary artery disease.

Trumbo PR, 2011 – Tolerable upper intake levels for trans fat, saturated fat, and cholesterol.

Muldoon MF, 1992 – Acute cholesterol responses to mental stress and change in posture.

Kita T, 2001 – Role of oxidized LDL in atherosclerosis.

Zock PL, 1998 – Diet, LDL oxidation, and coronary artery disease (1,2)

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Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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