Das schmutzige Dutzend: Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft

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Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Umsatz mit Bio-Produkten in Deutschland um das Fünffache gestiegen.

Einer der Hauptgründe für den Anstieg ist die Belastung konventioneller Produkte mit schädlichen Pestiziden. Die EWG (Environmental Working Group), eine Umweltarbeitsgruppe aus den USA, veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der 12 nicht-biologischen Obst- und Gemüsesorten mit dem höchsten Gehalt an Pestizidrückständen, die so genannte Liste „Dirty Dozen“ („Das schmutzige Dutzend“).

Was ist die „Dirty Dozen“ Liste?

Die EWG ist eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Aufklärung über Themen wie landwirtschaftliche Praktiken, Schutz natürlicher Ressourcen und die Auswirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit konzentriert. Seit 1995 veröffentlicht die EWG jedes Jahr eine aktuellste Liste von konventionell angebautem Obst und Gemüse mit den höchsten Pestizidrückständen. Diese Liste, genannt Dirty Dozen, wurde als Leitfaden für Menschen geschaffen, die die Pestizidbelastung begrenzen wollen.

Was sind Pestizide?

Pestizide sind Chemikalien die in der Landwirtschaft häufig für Saatgut und Nutzpflanzen verwendet werden. Sie sollen dem Schutz der Pflanzen vor Schäden durch Insekten, Unkraut und Krankheiten dienen.

Die häufigst eingesetzten Pestizide sind Herbizide (gegen Unkraut), Insektizide (gegen Insekten) und Fungizide (gegen Pilzinfektionen). Zusätzlich dienen diese giftigen Stoffe der Landwirtschaft auch zum maximieren ihrer Ernteerträge.

Viele Experten argumentieren jedoch, dass sich Pestizide, selbst in kleinster Dosierung, im Laufe der Zeit im menschlichen Körper anreichern und zu chronischen Gesundheitszuständen führen kann.

Die „Dirty Dozen“ Liste aus 2018

Gemäß der EWG sind folgende Obst- und Gemüsesorten aus konventionellem Anbau die, mit dem höchsten gemessenen Wert an Pestiziden. Die Liste mit den schmutzigsten Lebensmitteln sind:

  1. Erdbeeren: Konventionelle Erdbeeren stehen Jahr für Jahr ganz oben auf der Liste der Dirty Dozen. Im Jahr 2018 stellte die EWG fest, dass ein Drittel aller Erdbeerproben zehn oder mehr Pestizide enthielten.
  2. Spinat: 97% der Spinatproben enthielten Pestizidrückstände, einschließlich Permethrin, einem neurotoxischen Insektizid, das für Tiere (Milben und Läuse) sehr giftig ist.
  3. Nektarinen: Die EWG wies Rückstände in fast 94% der Nektarinenproben nach, wobei eine Probe über 15 verschiedene Pestizidrückstände enthielt.
  4. Äpfel: Die EWG wies in 90% der (amerikanischen) Apfelproben Pestizidrückstände nach. Außerdem enthielten 80% der getesteten Äpfel Spuren von Diphenylamin, einem in Europa verbotenen Pestizid.
  5. Trauben: Konventionelle Trauben sind immer auf der Liste zu finden. Über 96% der Trauben wurden positiv auf Pestizidrückstände getestet.
  6. Pfirsiche: Über 99% der von der EWG getesteten Pfirsiche enthielten durchschnittlich vier Pestizidrückstände.
  7. Kirschen: Die EWG wies durchschnittlich fünf Pestizidrückstände auf Kirschproben nach, darunter ein Pestizid namens Iprodion, das ebenfalls in Europa verboten ist.
  8. Birnen: Über 50% der von der EWG getesteten Birnen enthielten Rückstände von fünf oder mehr Pestiziden.
  9. Tomaten: Vier Pestizidrückstände wurden auf der konventionell angebauten Tomate gefunden. Eine weiterführende Untersuchung enthielt sogar über 15 verschiedene Pestizidrückstände.
  10. Sellerie: Bei über 95% der Sellerieproben wurden Pestizidrückstände festgestellt. Bis zu 13 verschiedene Arten von Pestiziden wurden nachgewiesen.
  11. Kartoffeln: Kartoffelproben enthielten mehr Pestizidrückstände als jede andere getestete Art. Chlorpropham, ein Herbizid, machte den größten Teil der nachgewiesenen Pestizide aus.
  12. Paprika: Süße Paprika enthält im Vergleich zu anderem Obst und Gemüse weniger Pestizidrückstände. Dennoch warnt die EWG, dass Pestizide, die in Paprika gefunden wurden, “tendenziell giftiger für die menschliche Gesundheit sind“.

Sind Pestizide für Menschen schädlich?

Es gibt viele unterschiedliche Meinungen über die Sicherheit und gesundheitlichen Auswirkungen von Pestiziden. Obwohl die für Pflanzen verwendeten Pestizide angeblich streng reguliert werden und unter schädlichen Grenzwerten gehalten werden, besteht dennoch die Sorge, dass die Anreicherung dieser chemischen Stoffe im Körper die Gesundheit beeinträchtigt. In Laborversuchen zeigte sich, dass das heutzutage weltweit am meisten eingesetzte Herbizid Glyphosat (Bayer-Monsanto) hochgiftig für menschliche Zellkulturen ist.

Diverse Studien haben die Pestizidbelastung mit vielen negativen gesundheitlichen Auswirkungen wie Atemwegserkrankungen, Fortpflanzungsproblemen, Störungen des endokrinen Systems (Hormonsystems), neurologischen Schäden und einem erhöhten Risiko für Krebs in Verbindung gebracht.

Es wird ferner davon ausgegangen, dass Kinder aufgrund ihrer geringeren Größe und schwächerem Immunsystem, anfälliger für neurotoxische Pestizide sind und dadurch einem höheren Risiko für neurologische Erkrankungen ausgesetzt sind als Erwachsene. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die von Müttern mit höherer Pestizidbelastung geboren wurden, eine von bis zu zwei Jahren verzögerte Gehirnentwicklung aufwiesen, einschließlich Probleme mit der Koordination und visuellem Gedächtnis. Auch wurde eine Verbindung von Pestiziden mit erhöhtem Risiko für ADHS gefunden.

Darüber hinaus wurde bei Landwirten, die bestimmte Pestizide für ihre Nutzpflanzen verwendeten, eine höhere Häufigkeit von Fettleibigkeit und Darmkrebs festgestellt als in der Allgemeinbevölkerung.

Sind Bio-Produkte besser?

Die Lösung zu konventionellen Produkten ist ganz eindeutig Bio-Produkte oder Produkte mit vertrauenswürdigen Siegeln, wie Demeter, Naturland oder Bioland.

Auch im ökologischen Landbau werden Pestizide eingesetzt, allerdings handelt es sich hierbei um organische Pestizide. Um die 25 organische Pestizide sind für den Bio-Anbau zugelassen, gegenüber den 900 für den konventionellen Anbau.

Genau wie Pestizide die in der konventionellen Landwirtschaft verwendet werden, sind organische Pestizide aus Sicherheitsgründen streng reguliert, können aber in hohen Dosen ebenfalls gesundheitsschädlich sein. Die EG-Öko-Verordnung (klassiche Bio-Siegel) haben sehr großzügige Richtlinien was die Menge organischer Pestizide betrifft. Daher wäre die beste Wahl Produkte von renommierten Siegeln zu bevorzugen.

Nichts desto trotz sind klassische Bio-Produkte denen des konventionellen Anbaus vorzuziehen. Bewiesenermaßen enthalten Bio-Produkte maximal organische Pestizide und keine Chemischen. Zusätzlich reduzieren sie die Kohlenstoffemissionen, fördern die biologische Vielfalt und schützen Böden und Grundwasser vor schädlichen Substanzen.

Die sauberen 15 – „Clean Fifteen“

So wie eine Liste der schmutzigsten konventionellen Lebensmittel veröffentlicht wird, publiziert die EWG auch eine Liste der saubersten konventionellen Produkte, genannt „Clean Fifteen“ (die sauberen Fünfzehn).

Für 2018 sind die Produkte, die tendenziell die geringsten Pestizidrückstände aufwiesen, folgende:

  • Avocados
  • Süßer Mais
  • Ananas
  • Kohl
  • Zwiebeln
  • Erbsen
  • Papayas
  • Spargel
  • Mangos
  • Aubergine
  • Honigmelone
  • Kiwi
  • Cantaloupe Melone
  • Blumenkohl
  • Brokkoli

Fazit

Das Ziel der „Dirty Dozen“ und “Clean Fifteen” Listen ist es, den Verbrauchern mitzuteilen, welches konventionelle Obst und Gemüse die höchste und niedrigste Menge an Pestizidrückständen aufweist. Für diejenigen die sich Sorgen um Pestizide in Produkten aus konventioneller Landwirtschaft machen, ist die Liste ein idealer Richtwert, um auf Bio-Produkte umzusteigen.

Auch wenn es immer mehr Meinungen zu den möglichen Auswirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit gibt, so sind diese noch nicht vollständig erforscht. Dennoch ist die Wichtigkeit des Verzehrs von ausreichend Obst und Gemüse für die Gesundheit, ob konventionell oder biologisch, ausreichend belegt worden.

Der Verzehr von Obst und Gemüse sollte daher nicht ausschließlich auf den Einsatz von Pestiziden beschränkt werden. Wenn Bio-Produkte für dich in Frage kommen, dann sollte deine Wahl auch immer in diese Richtung gehen. Besser wären natürlich noch Produkte mit renommierten Siegeln wie Demeter, Naturland oder Bioland. Dennoch sollte es kein Ausschlusskriterium für den Verzehr von Obst und Gemüse sein, wenn du dennoch zu konventionellen Produkten greifst.

„Gesundheit ist eine Entscheidung.“


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Ramon

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungsberater


Quellen:

Statista Deutschland, 2019 – Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2017 (in Milliarden Euro)

EWG, ewg.org, 2019 – EWG’S 2018 SHOPPER’S GUIDE TO PESTICIDES IN PRODUCE™

Drago B, 2014 – Acute permethrin neurotoxicity: Variable presentations, high index of suspicion

Nicolopoulou-Stamati P, 2016 – Chemical Pesticides and Human Health: The Urgent Need for a New Concept in Agriculture

Pesticide Action Network UK, 2019 – Impacts of pesticides on health

Furlong CE, 2006 – PON1 status of farmworker mothers and children as a predictor of organophosphate sensitivity.

Harari R, 2010 – Neurobehavioral deficits and increased blood pressure in school-age children prenatally exposed to pesticides.

Bouchard M, 2010 – ATTENTION DEFICIT/HYPERACTIVITY DISORDER AND URINARY METABOLITES OF ORGANOPHOSPHATE PESTICIDES IN U.S. CHILDREN 8–15 YEARS

Firestone JA, 2005 – Pesticides and Risk of Parkinson Disease – A Population-Based Case-Control Study

Andreotti G, 2010 – Body Mass Index, Agricultural Pesticide Use, and Cancer Incidence in the Agricultural Health Study Cohort

Lu C, 2005 – Organic Diets Significantly Lower Children’s Dietary Exposure to Organophosphorus Pesticides

ota.com, 2019 – National List of Allowed and Prohibited Substances

FAO Organic Agriculture, 2019 – What are the environmental benefits of organic agriculture?

Kubala J, Healthline, 2018 – The Dirty Dozen: 12 Foods That Are High in Pesticides

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Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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