Kokosöl: ein Superfood oder „das reinste Gift“?

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Immer mehr Menschen entdecken Kokosöl als Alternative zu Butter oder anderen pflanzlichen Ölen. Dabei ist Kokosöl nicht nur in der Küche ein immer beliebter werdender Begleiter, auch im Badezimmer findet das Öl seine Verwendung.

Während für viele Kokosöl gesund ist und als Superfood begrüßen, sagen andere, dass das Öl ein richtiger Albtraum ist. Daher wird Kokosöl hin und wieder von manchen Menschen stark kritisiert, ja sogar regelrecht verteufelt. Die Meinungen gehen bei diesem Produkt sehr stark auseinander. Vor kurzem bezeichnete eine Professorin während eines Vortrages an einer Universität das Kokosöl als „das reinste Gift!“, da sie der Meinung ist, dass die gesättigten Fettsäuren im Kokosöl „schlimmer wären als pures Schweineschmalz“.

Andere Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Struktur des Fettes gut für den Cholesterinspiegel und die Herzgesundheit ist.

Aber was genau stimmt denn nun? Ist Kokosöl gesund oder doch ein Gift? Werfen wir mal einen Blick auf die Studienlage und nutzen die Fakten um auf die gesundheitlichen Vorteile von Kokosöl einzugehen.

Was ist Kokosöl überhaupt?

Kokosöl wird aus dem gepressten Fleisch frischer Kokosnüsse hergestellt. Es besteht mit fast 94 Gramm gesättigten Fettsäuren pro 100 Gramm fast vollständig aus gesättigten Fettsäuren. Diese Art der gesättigten Fette unterscheiden sich jedoch von anderen gesättigten Fetten, wie beispielsweise der von tierischer Herkunft. Kokosöl enthält eine hohe Menge mittelkettiger Fettsäuren, so genannter MCT Fette. Diese werden vom Körper wesentlich leichter und schneller zur Energiegewinnung verwendet und bleiben nicht lange genug im menschlichen Blutkreislauf, um beispielsweise Cholesterinprobleme zu verursachen. Mittelkettige Fettsäuren helfen unter anderem auch beim Fettabbau und bei der Bekämpfung von Bakterien.

Die Kokosöl-Gegner

Die Gruppe die Argumente gegen das Kokosöl vorbringt und behauptet, es würde schlecht für die Gesundheit sein, bezieht ihre Theorie darauf, dass gesättigte Fettsäuren zu einem hohen Cholesterinspiegel führen und dass ein hoher Cholesterinspiegel immer schlecht ist, wenn es um die Herzgesundheit geht.

Im Wesentlichen wird behauptet, dass alle gesättigten Fettsäuren den Lipoproteinspiegel (LDL), anders bezeichnet als „schlechter Cholesterinspiegel“, erhöhen. Diese Lipoproteinmoleküle sind größer als das „gute Cholesterin“, der High Density Lipoprotein (HDL). Das soll nun dazu führen, dass die LDL Moleküle die Arterien leichter verstopfen können.

Die negative Meinung beruht also darauf, dass das Kokosöl automatisch den Cholesterinspiegel erhöht und zu Krankheiten führt. Das Problem bei dieser Ansicht ist, dass ein hoher Cholesterinspiegel nicht unbedingt schlecht ist. Stattdessen ist es wichtiger, das Verhältnis und die Art des Cholesterins zu berücksichtigen.

Gesundheitliche Vorteile

So wie das Öl auf der einen Seite wegen seinen hohen gesättigten Fettsäuren verteufelt wird, wird es auf der anderen Seite für seine therapeutischen Vorteile gelobt. Mittlerweile gibt es auch viele Studien, die die gesundheitlichen Vorteile vom Kokosöl bestätigen. Neue Forschungen zeigen, dass mittelkettige Fettsäuren (MCT) tatsächlich den Blutfettgehalt verbessern können. Darüber hinaus kann das mittelkettige Fett den Cholesterinspiegel verbessern, indem es das HDL, also den “guten” Cholesterinspiegel, erhöht, während eine fettarme Ernährung dazu neigt, den HDL-Spiegel zu senken.

Aber ist Kokosöl gesund? Und wenn ja, was für gesundheitliche Vorteile hat das Öl?

Kokosöl hilft bei der Fettverbrennung

Der Verzehr von Kokosöl kann dabei helfen, deinen Taillenumfang zu reduzieren. Die mittelkettigen Fettsäuren im Kokosöl werden vom Körper in sofort nutzbare Energie umwandelt. Dies wiederum beschleunigt den Stoffwechsel und hilft bei der Gewichtsabnahme.

Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie ergab, dass übergewichtige Menschen, die mittelkettigen Fettsäuren (z.B. Kokosöl) konsumierten, ein geringeres Körpergewicht hatten und mehr Fett abbauten.

Kokosöl gegen Infektionen

Die Hälfte der Fettsäuren aus Kokosöl sind Laurinsäuren. Diese Säure ist auch in der menschlichen Muttermilch zu finden, und ist in der Lage, verschiedene Bakterien, Viren und Pilze zu beseitigen. Daher ist Kokosöl besonders effektiv bei bakteriellen Infektionen, wie beispielsweise Karies, Magengeschwüren oder anderen, durch Bakterien ausgelöste, Erkrankungen. Ausserdem konnte die Laurinsäure in Untersuchungen dazu beitragen, Pilze wie den Candida Albicans abzutöten.

Kokosöl reduziert das Risiko von Herzkrankheiten

Es gibt eine klare Verbindung zwischen hohen Werten von „schlechtem” Cholesterin (LDL) und Herzerkrankungen und eine Verbindung zwischen „gutem“ Cholesterin (HDL) und einem niedrigen Risiko für Herzerkrankungen

Kokosöl hat einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut und reduziert so das Risiko von Herzerkrankungen. In einer Studie verglichen Forscher die Auswirkungen von Kokosöl auf den Cholesterinspiegel. Forscher fanden heraus, dass die Gruppen, die Kokosöl erhielten, einen niedrigeren Cholesterinwert in der Leber und im Herzen hatten. Darüber hinaus stieg das “gute” Cholesterin (HDL) in Gruppen, die Kokosöl erhielten, erheblich an.

Kokosöl stärkt die Gehirnfunktion

Forschungen bei Alzheimer Patienten haben gezeigt, dass gewisse Stoffe im Kokosöl eine alternative Energiequelle für gestörte Gehirnzellen darstellen und die Symptome von Alzheimer reduzieren können. Bei Alzheimer Patienten scheint die Fähigkeit, Glukose als Energiequelle in bestimmten Teilen des Gehirns zu nutzen, eingeschränkt zu sein. In einer Studie aus dem Jahr 2006 führte der Konsum von mittelkettigen Fettsäuren zu einer Verbesserung der Hirnfunktion bei Patienten mit leichteren Formen von Alzheimer.

Kokosöl fördert die Mundhygiene

Kokosöl ist nicht nur effektiv bei akuten Problemen, sondern minimiert auch das Risiko für Entzündungen und schädlichen Zahnbelag. Studien belegen, dass das Ölziehen mit Kokosöl mit weniger Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen in Verbindung steht. Die positiven Eigenschaften wirken sich sowohl auf die Zahngesundheit als auch auf das Zahnfleisch aus.

Kokosöl als Hautpflege

Sehr beliebt ist das Kokosöl auch in der Hautpflege. Es spendet Gesicht und Körper ausreichend Feuchtigkeit, wirkt entzündungshemmend und schützt die Haut vor Zellschädigungen. Die Antioxidantien im nativen Kokosöl schützen die Haut vor oxidativem Stress und machen es so besonders, dass es sogar als leichtes Sonnenschutzmittel Verwendung finden kann.

Ein Multitalent in der Küche

Das Kokosöl ist darüber hinaus ein ideales Öl zum Kochen, Braten oder Backen. Es ist sehr hitzebeständig und nimmt im Vergleich zu herkömmlichen Speiseölen keinen Schaden bei höheren Temperaturen, da sich seine chemische Struktur nicht verändert.

Fazit – Achte auf Quantität und Qualität

Wie du siehst, kann Kokosöl innerlich und äußerlich angewendet wahre Wunder bewirken und hat bewiesenermaßen gesundheitliche Vorteile. Es als „pures Gift“ und „schlimmer als Schweineschmalz“ zu bezeichnen, ohne wissenschaftliche Beweise und anscheinend ohne Kenntnis der bereits existierenden Studien, war nicht unbedingt die beste Idee der Professorin.

Dennoch sollte man bedenken, dass zu viel von einer Sache niemals vorteilhaft ist. Solange du Kokosöl in normalen Mengen verwendest und damit nicht übertreibst, hat es gesundheitliche Vorteile. Ein Gift ist es definitiv nicht. Achte beim Kauf darauf, dass du qualitativ hochwertiges Kokosöl aus kontrolliert biologischem Anbau auswählst.


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Quellen:

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Ich bin Ramon, Geschäftsführer von Mediale Gesundheit, Fachberater für ganzheitliche Gesundheit und studierter Ernährungsberater aus Hamburg. Ich freue mich, Fachwissen über eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsweise leicht und verständlich an dich weiterzugeben.

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